Im Herzen Madrids, 48 Meter tief unter dem imposanten Gebäude der Bank von Spanien, befindet sich einer der sichersten Tresorräume Europas. Seit seiner Inbetriebnahme vor über 77 Jahren hat niemand gewagt, die legendäre Goldkammer anzugreifen – die Chance, lebend herauszukommen, wäre nahezu null. Mit Panzertüren von über 15 Tonnen, einem einzigartigen Flutungsmechanismus und massiven Schutzschichten gilt sie als der sicherste Tresorraum Spaniens.
Ein unüberwindbarer Wasser-Fallenmechanismus
Das Besondere an dieser Kammer ist nicht nur ihre Tiefe oder die tonnenschweren Türen, sondern ihr Verteidigungssystem: Bei einem Einbruchsversuch können zwei unterirdische Wasserläufe – „Las Pascualas“ und „Oropesa“ – den Zugangskorridor fluten und das Eindringen unmöglich machen. In einem überfluteten Umfeld sind elektrische oder thermische Werkzeuge nutzlos, und die Sicherheitsteams gewinnen wertvolle Zeit.
Eine Konstruktion aus Ingenieurskunst
Zwischen 1929 und 1936 unter Leitung des Architekten José Yarnoz gebaut, beruht die Kammer auf einem komplexen architektonischen Konzept. Die Regale, auf denen heute die Goldbarren lagern, wurden vom Ingenieur Eiffel entworfen. Hier befindet sich etwa ein Drittel der spanischen Goldreserven: 5.400 Standardbarren à 12,5 kg, im Wert von mehr als 12 Milliarden Euro. Der Rest liegt in Fort Knox (USA) und in London.
Mehrere Sicherheitsschleusen
- Eine erste Panzertür von 15 Tonnen, die zweimal jährlich mit Vaseline gepflegt wird, um Korrosion zu verhindern.
- Zwei Aufzüge, die 36 Meter in die Tiefe führen.
- Eine kleine Brücke, die über einen unterirdischen Graben führt.
- Zwei weitere Panzertüren von jeweils 13,5 Tonnen, die mit einem Interlock-System gesichert sind.
Jeder Zugang erfordert zwei Schlüssel und zwei Codes, die auf verschiedene Verantwortliche verteilt sind. Niemals darf eine Person allein die Türen öffnen.
Institutionelle Tresore und Sammlungen
Im Inneren gibt es separate Abteile für das Wirtschaftsministerium, das Justizministerium, den Ombudsmann und die Bank von Spanien selbst. Neben dem Gold werden auch über 500.000 numismatische Sammlerstücke sowie fast zwei Millionen münzbewertete Objekte aufbewahrt.
Ein Tresorraum mit Geschichte
Die Goldkammer überstand die Bombardierungen des spanischen Bürgerkriegs unbeschadet und diente damals sogar als Schutzbunker für Bankangestellte und ihre Familien, die bis in die 1990er Jahre in unterirdischen Wohnungen lebten. Ein Spiegelkorridor um die Kammer herum ermöglichte es Sicherheitskräften, Eindringlinge schon durch Silhouetten zu erkennen.
Goldreserven halbiert
1999 verfügte Spanien noch über 523 Tonnen Gold. Zwischen 2004 und 2007 wurden jedoch fast die Hälfte dieser Reserven verkauft – unter der Regierung von Pedro Solbes. Heute sind es noch etwa 281 Tonnen Gold (9,1 Millionen Feinunzen). Seit 2007 wurden die Bestände nicht mehr angetastet. Europäische Zentralbank-Vereinbarungen begrenzen seither die Verkäufe, um die Marktstabilität zu schützen.
Ein weltweites Symbol der physischen Sicherheit
Mit einer Gesamtfläche von 2.500 m² (davon 1.500 m² nutzbar) ist dieser Tresorraum ein internationales Referenzmodell. Massive Schutzschichten, ein hydraulisches Flutsystem, redundante Zugangskontrollen und jahrzehntelange Geheimhaltung machen ihn zu einem der sichersten Orte der Welt.
Arcas Gruber baut zwar keine Tresorräume 48 Meter unter der Erde, doch wir bieten die besten Tresore und Euro-Grade-Tresore für Banken, Unternehmen und Privatkunden. Entdecken Sie auch unsere zertifizierten Wandtresore, die nach denselben Prinzipien der multilayer Sicherheit gebaut sind.



